Der Kurzhaar Collie

 

Der Kurzhaarige Collie (engl. Smooth), hat hartes, dichtes und kurzes Haar und ähnelt auf den ersten Blick einem Laufhund oder Windhund. Der FCI führt ihn als eigene Rasse unter der Nummer 296. Er ist in der Öffentlichkeit sehr selten anzutreffen. Da er nie Modehund war dürfte es um seine Gesundheit besser bestellt sein, jenseits aller "Modetorheiten".

 

Rassebeschreibung:

Art: Hund / Gebrauchshund

Rasse: Collie, Kurzhaar

Herkunft: In Großbritannien entstand der Kurzhaar-Collie als ein Kreuzungsprodukt zwischen langhaarigen, schwarz-weißen Collies und Greyhounds.

Körperbau: Er ist dem langhaarigen Collie sehr ähnlich. Seine Schulterhöhe beträgt 55 bis 60 cm und sein Gewicht liegt zwischen 20 und 30 kg. Er hat schräggestellte Mandelaugen, Ohren mit nach vorne überhängender Spitze (Überfallohr) und eine hängende Rute. Er besitzt kein auffallendes Haarkleid wie der langhaarige Collie. Seine Haare sind in der Tat kaum einige Zentimeter lang.

Wesen: Er ist intelligent, sanft, folgsam und der Familie ganz besonders zugetan.

Bemerkung:

Verwendung: Diesen Hund sieht man fast ausschließlich in Großbritannien, wo seine Anhänger ihn als einen idealen Begleithund betrachten, der auch in der Wohnung gehalten werden kann. Der langhaarige Collie hat ihm aber durch seine edle Schönheit immer den Weg zum breiten Publikumserfolg versperrt.

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Langhaar-Kurzhaar - Fellvererbung

beim Collie

mit freundlicher Genehmigung der Autorin, Frau Dr. Sharon Vanderlip, USA, Collie-Züchterin der Rainshade Collies, aus ihrem Buch THE COLLIE - A VETERINARY REFERENCE FOR THE PROFESSIONAL BREEDER, dt. Ausgabe: HUNDEZUCHT - THERAPIE GENETIK FÜR TIERÄRZTE UND ZÜCHTER AM BEISPIEL COLLIE

Es gibt zwei Haararten von Collies, die Langhaar-Version und die Kurzhaar-Versiont. Der Collie-Standard fordert bei der Langhaar-Version ein "gut sitzendes, einwandfrei strukturiertes Fell - reichlich, ausgenommen am Kopf und an den Beinen. Das Deckfell soll gerade sein und sich rauh anfühlen, die Unterwolle soll weich und pelzartig sein ...". Der Standard für den Kurzhaarcollie ist mit dem der Langhaar-Version  identisch, außer dass gefordert wird, dass er "kurzes, hartes, dichtes, flaches Fell von guter Beschaffenheit, mit reichlich Unterwolle" haben soll.

Es wird angenommen, dass das Langhaar-Fell rezessiv gegenüber dem Kurzhaarfell ist und auf eine autosomal rezessive Art vererbt wird. Mit anderen Worten, Langhaar-mit Langhaar-Kreuzungen sollten nur Langhaar-Nachwuchs hervorbringen. Einige Züchter machen geltend, dass sie Kurzhaar-Collies aus Langhaar-Langhaar-Kreuzungen erhalten haben (37 persönliche Mitteilungen). Falls dies der Fall ist, wäre die Langhaar-Kurzhaar-Vererbung nicht strikt autosomal rezessiv und weitere Untersuchungen der zugrundeliegenden Genetik wären angezeigt.

Kurzhaarcollies müssen von sehr kurzhaarigen Langhaarcollies unterschieden werden.

Bezeichnet man das für Kurzhaar codierte Gen ,it S und das für langhaar kodierte mit s, ergibt sich die folgende Liste möglicher Zuchtkombinationen und statistische Ergebnisse:

 

Eltern Nachkommen
   
rein kurzhaarig SS rein kurzhaarig SS rein kurzhaarig SS 100%    
   
rein kurzhaarig SS langhaarig ss langhaarig-faktoriert kurzhaarig 100% Ss    
 
rein kurzhaarig SS langhaarig-faktoriert kurzhaarig Ss rein kurzhaarig SS 50% langhaarig-faktoriert kurzhaarig 50% Ss  
langhaarig-faktoriert kurzhaarig Ss langhaarig-faktoriert kurzhaarig Ss rein kurzhaarig SS 25% langhaarig-faktoriert kurzhaarig 50% Ss langhaarig ss 25%
 
langhaarig-faktoriert kurzhaarig Ss langhaarig ss langhaarig-faktoriert kurzhaarig 50% Ss langhaarig ss 50%  
   
langhaarig ss langhaarig ss langhaarig ss 100%    

 

Manche mögen sich fragen, warum eine Kurzhaar-Langhaar-Verpaarung überhaupt von einigen Züchtern angestrebt wird. Dazu möchte ich folgendes zu bedenken geben:

Der Kuzhaar- und der Langhaarcollie sind "eine Rasse", die sich lediglich durch die Fellänge unterscheidet. Verpaarungen untereinander erhalten die Genetische Vielfalt und tragen nicht unmerklich zur Gesunderhaltung der Rasse bei. Da der Kurzhaarcollie in Deutschland (Europa) zu den bedrohten Rassen gehört, wäre es sehr wünschenswert, wenn KH-LH-Verpaarungen zulässig wären. Da hier LH und KH schon so lange getrennt gezüchtet werden, wäre es auch für den LH eine Blutauffrischung, die sicher nicht schaden könnte oder würde. Die Erhaltung der genetischen Vielfalt sollte mit eines der obersten Gebote in der Hundezucht sein. Sie erhält unsere Hunde gesund. Bei den belgischen Schäferhunden war es früher auch erlaubt Groenendael, Malinois, Tervueren und Laekenois zu verpaaren. Leider wurden dann irgendwann 4 verschiedene Rassen daraus gemacht. Das ist in der Regel nicht gut für eine Rasse, da der Genpool zu sehr eingeschränkt wird.

Es gibt auch Rassen mit unterschiedlichen Haarvarietäten, die untereinander verpaart werden dürfen, z.B. beim Elo, Chihuahua und Kromfohrländer. Also warum nicht auch der "Rasse Collie", und besonders dem eh nicht sehr zahlreich vertretenen KHC die Vielfalt erhalten und zu einer gesunden Population beitragen?